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Ein Jahr aelter

Ein herbstliches "Hallo" nach Deutschland, ich habe mir heute erst mal Schal und Muetze gekauft. Wer hatte gedacht, dass ich diese Utensilien in Australien brauche... ich nicht. Aktuell haben wir Temperaturen von tagsueber max 20 Grad, viel Wind und ab und an Regen. Man fuehlt sich gleich heimisch und die Australier verstehen nicht, dass die Deutschen frieren, da dieses Wetter fuer uns normal sei... Wie dem auch sei, die Fluten sind inzwischen vorrueber. Eine Woche lang koennten wir nicht arbeiten und waren von der Aussenwelt abgeschnitten. Frische Artikel wie Obst und Gemuese, Milch und Brot waren nach 2 Tagen aus, Benzin wurde knapp und niemand koennte wirklich sagen, wie lange es dauert bis die Fluten weg sind, damit wir endlich wieder arbeiten und Geld verdienen koennen. Die ersten Tage nach Arbeitsbeginn wurden wir mit grossen Bussen zum Firmengelaende gefahren, dass die Strassen fuer den normalen Verkehr noch gesperrt waren. Die Winery selbst ist von den Fluten verschont geblieben. Es wurde rechtzeitig ein Erdwall um das Gelaende aufegschuettet. Nun sind 2 Wochen vergangen und das Wasser steht vereinzelt noch auf den Feldern und in den Strassengraeben. Die Menschen richten ihre Haeuser wieder her. Uberall tuermen sich grosse Muellberge mit aufgeweichten Moebeln. Das Ausmass der Flut wurde mir erst bewusst, als einer meiner Mitreisenden nachts ueberfallen wurde, sein Kiefer brach und wir zur Operation ins 400km entfernte Albury fahren mussten. Das eigentlich naechstgelegene in Wagga Wagga war wegen der Flut noch auf Notbetrieb, sodass wir eine Stadt weiter fahren mussten. Fuer die Strecke sind eigentlich 3 1/2 Std vorgesehen, wir brauchten 5, da wir den normalen Weg nicht fahren koennten. Strassen waren gesperrt oder nur halbseitig befahrbar. Uber nacht hatte es geregnet, sodass die Strasse hinwegs auf dem Rueckweg nicht passierbar war. Und es gab einen 20km langen See, der eigentich gar nicht existiert... Ein Highlight am letzten Wochenende im Februar war die Fahrt nach Melbourne zum Superbikerennen auf Phillip Island. Uebers Internet hatte ich mir einen Voucher zum Selber-Motorrad-Fahren-auf-der-Rennstrecke gekauft und Tony, der Besitzter, vereinbarte mit mir die Uebergabe des Vouchers an den Wochenende, das wir beide dort sein wollten. Wir schrieben uns Emails hin und her, zu dem Zeitpunkt hatte ich noch kein Ticket. Tony schrieb mir, dass es noch ein VIP-Ticket uebrig habe, welches ich fuer nen Apfel und nen Ei ebenso haben koennte. Weiter lud er mich zum BBQ ein und bot mir ein Gaestebett an. Ich war zunaechst skeptisch, ich in Deutschland so etwas bisher noch nicht erlebt habe und war doppelt gespannt. In der letzten Email erfuhr ich, dass die Schluessel unter der Fussmatte liegen und ich es mir gemuetlich machen soll... Wie gesagt wir kannten und nur von einem Telefonat und Emailverkehr. Wollt wissen wie das Wochenende tatsaechlich war? Gigantisch!!! Ich kam Samstag nachmittag auf Phillip Island an und fand einen Umschlag mit meinem Namen versehen unter der Fussmatte vor. Darin waren die Hausschluessel, 2(!) VIP-Tickets und ein VIP-Parkausweis 10m von der Boxengasse entfernt sowie ein Zettel mit "See you at BBQ, Tony" Ich fuhr zur Rennstrecke und wurde total herzlich empfangen. Ich erfuhr, dass Tony der Manager der Marshalls war und auf der Rennstrecke bekannt war. Er stellte mich ueberall als sein "german friend" vor und hatte so als nobody viele Freiheiten - ueberzeugendes Auftreten war alles und ich war clever Ich lief mit den Marshalls durch die Box (da ich Tonys german friend war, durfte ich mich auch genauer umsehen) wir machten viele Fotos, trafen diverse Fahrer, die nach dem Rennen einfach so zum gemuetlichen Plausch vorbeikamen. Ich wurde ueberhaeuft mit Geschenken und Erinnerungen an das Rennen und wurde zum Rennen im Oktober eingeladen selbst als Marshall mitzuhelfen. Die Arbeit ist ehrenamtlich.und wer weiss, vielleicht treffe ich dann auf Valentino Rossi oder Alvaro Bautista. Es war einmalig. Letzten Sonntag durfte ich meinen Geburtstag in Down Under feiern. Ich durfte in meinen Geburstag reinarbeiten, was gut fuer den Geldbeutel war. Abends habe ich Campingplatznachbarn, Kollegen und Freunde zum gemuetlichen Beisammensein eingeladen. Meine Jungs halfen mir ein abwechslunsreiches Buffet zu zaubern, dazu gab es australisches Bier. Es war sehr schoen und unkompliziert. In der Winery koennen wir wahrscheinlich noch 2-3 Wochen arbeiten. Danach kann endlich die Reise beginnen. Es war fuer mich schon ein Highlight nach Albury zu fahren, andere Menschen, neue Ortschaften, einfach mal raus aus dem Trott. Paddi hat uebrigens die Operation gut uberstanden. Wenn sie auch anfangs auf der kippe stand. (Die OP sollte freitagmorgen sein. Ich hatte mir einen Tag dayoff genommen um ihn ins KKH fahren zu koennen und musste freitag frueh zureck um rechtzeitig auf Arbeit sein zu koennen. Wir warteten lange in der Ambulanz und ich musste ihn zuruecklassen. Unterwegs rief er mich an und sagte, dass jemand bei ihm bleiben muesse wegen Narkose und so. Ich bekam leider keinen zweiten Tag frei und hatte also keine guten Nachrichten fuer Paddi umzudrehen. Eine australische Familie bekam das mit und lud ihn zu sich ein. Der Mann war selbst Arzt in der Klinik und seine Frau kuemmerte sich um ihn.) Er darf die naechsten 30 Tage nichts kauen, was sehr hart fuer ihn ist. Er isst und kocht leidenschaftlich gerne und hat nun nichts davon. Wir muessen vortesten, ob es ein Gericht essen kann. Den Mund max 1 cm oeffnen und dann versuchen ,dass zu essende leicht mit der Zunge unter dem Gaumen zu zerdruecken... So, jetzt seid ihr alle auf dem neuesten Stand. Ist heute ziemlich viel Text geworden, aber wenn ihr diese Zeilen erreicht habt, ist es geschafft. Heute abend gibt es eine weitere Nachtschicht und somit Extrageld. Liebe Gruesse nach Deutschland Mattse

24.3.12 05:37

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